lebenspraktische Kompetenzen

Kinder haben den unbedingten Willen, die Welt zu erobern. Sie erleben in ihren Aktivitäten, dass sie imstande sind, etwas zu leisten. Sie wollen dabei selbstständig entscheiden und handeln. Sie wollen ihren Alltag selbstbestimmt bewältigen und nicht nur passiv gefüttert, angezogen oder gewaschen werden. Sie fordern: Hilf mir, es selbst zu tun! Das Erfahrungsfeld Lebenspraxis hat daher für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern eine hohe Bedeutung, eine Fülle von Lernsituationen ergeben sich im Alltag der Kinderkrippe. Kinder erschließen sich in der Regel ihre lebenspraktischen Kompetenzen im Umgang mit erwachsenen Bezugspersonen und anderen Kindern ganz von selbst. Wenn ein Kind bereit ist, etwas selbst zu machen, zeigt es dies in der Regel recht deutlich. Es beginnt, bestimmte Handlungen spielerisch nachzuahmen oder bekundet sein Interesse an bestimmten Tätigkeiten.

Über Nachahmung lernen sie die Ausführung von Alltagshandlungen, den funktionellen Gebrauch von Gegenständen und die mit ihrer Nutzung verbundenen Fertigkeiten. Ein wesentliches Merkmal der Gestaltung von Lern- und Bildungsprozessen im lebenspraktischen Bereich ist daher, dass Erwachsene Kinder an ihren Tätigkeiten beteiligen und die Beiträge der Kinder als kompetente Unterstützung werten.

Ziel:
Unser Ziel ist es, dem Kind eine Vielzahl von Alltagssituationen zur Förderung der Selbstständigkeit zu bieten und dem natürlichen Autonomiebestreben mitzuwirken.

In welchem Tempo Kinder einen bestimmten Grad an Selbstständigkeit erwerben ist individuell sehr unterschiedlich. Die Zeiträume, in denen sie sich entsprechende Fähigkeiten aneignen, sind weit gesteckt und an innere Reifungsvorgänge gebunden, die sich von außen nicht beschleunigen lassen. Kinder können erst dann sauber werden, wenn sie ein Gespür für die Kontrolle von Blase und Darm entwickelt haben. Dies ist irgendwann zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr der Fall. Erst wenn ein Kind seine Schließmuskeln kontrollieren kann und Ausscheidungen bewusst wahrnimmt, lohnen sich Ermutigungen, den Harndrang oder Stuhlgang möglichst früh zu melden, oder Erklärungen zur Nutzung des Sanitärbereichs. Erinnerungen an den Toilettengang unterstützen Kinder dabei, windelfrei zu werden.

Essen und Trinken sind gerade für kleine Kinder sehr anspruchsvolle Herausforderungen, die volle Konzentration erfordern. Sinneseindrücke werden verarbeitet, feinmotorische Herausforderungen bewältigt. Zum Zeitpunkt der Mahlzeit sollten Kinder daher weder zu hungrig noch zu müde sein. Bei den ersten Essversuchen sehr kleiner Krippenkinder wird sicher nicht alles gelingen und das Kind wird auch nicht ausreichend satt. Während es noch mit dem Löffel spielt, wird der Hunger stärker, das Interesse am Löffel lässt nach. Nun kann das Kind bei der Nahrungsaufnahme unterstützt werden. Im Zuge seiner kognitiven, motorischen und Ich-Entwicklung wird sich ein Kind hier immer stärker von der Hilfe der Erwachsenen lösen wollen und neue Kompetenzen mit Stolz zur Anwendung bringen.

Jede Pflegesituation ist für das Kind eine Lern- und Übungssituation für lebenspraktische Kompetenzen. Die achtsame Pflegepraxis passt sich an die zunehmenden Fähigkeiten des Kindes an. Bereits auf dem Wickeltisch können Kinder ausprobieren, wie man Windeln öffnet und sich aus- und wieder anzieht. Das Erfolgserlebnis, etwas alleine geschafft zu haben, ist wichtiger als der perfekte Sitz der Kleidung. Beim Anziehen werden nicht nur Bewegungsfertigkeiten geübt, auch andere Dinge sind zu lernen: es gibt rechte und linke Schuhe, Kleidung hat eine Vorder- und Rückseite, Kleidungsverschlüsse müssen auf- und zugemacht werden.

Bei der Gestaltung von Bildungssituationen geben wir den Kindern Zeit und Freiräume, um zunächst selbst Erfahrungen für die eigenständige Bewältigung ihres Alltags zu machen. Wir helfen dort, wo ein Kind Unterstützung benötigt, und vermeiden unnötige Hilfestellungen, zum Beispiel beim Essen oder Zähneputzen. Wir sind uns bewusst: Übung macht den Meister! Je zufriedener, selbstbewusster und eigenständiger ein Kind handeln kann, desto mehr Entlastung bedeutet dies auch im Alltag.

Wenn ein Kind versucht, einen Breilöffel vom Teller zum Mund zu führen, so ist das ein deutlicher Hinweis, dass es nun lernen möchte, allein zu essen. Diesen Lernprozess begleiten wir mit Geduld und Gelassenheit. Wir haben Vertrauen in die wachsenden Fähigkeiten des Kindes, geben ausreichende Gelegenheit zum Ausprobieren und sehen kleinere Pannen als normale Übungssituation. Der Entwicklungsschritt vom „Versorgt-Werden“ hin zum „Sich-selbst-versorgen-Können und -Wollen“ ermöglicht es Kindern, sich als aktiv und kompetent zu erfahren und ist damit Ausgangspunkt für die Entwicklung eines positiven Selbstbildes.

Kinderkrippe Sonnenschein e.V.

Braunstraße 22
38122 Braunschweig
Telefon: 0531/ 48 27 107
Telefax: 0531/ 60 94 87 97
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