Beobachten und Dokumentation

Kleine Kinder haben sehr spezielle Interessen und Bedürfnisse. Sie verfolgen eigene Wege des Denkens, Verstehens und Lernens und sie entwickeln spezifische Deutungs- und Ausdrucksformen. Sie haben eine andere Perspektive und nehmen sich selbst und die Welt anders wahr als Erwachsene. Ihre Perspektive ist sehr subjektiv geprägt. Sie wird durch bereits gemachte Erfahrungen und altersspezifische Möglichkeiten bedingt, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Über Beobachtung und Dokumentation vollziehen wir die Sichtweise des Kindes, sein Befinden, Erleben und Verhalten nach.

Beobachtung und Dokumentation verfolgen somit das Ziel, die Bedürfnisse, Interessen und Themen der Kinder zu entschlüsseln und auf der Grundlage der hier gewonnenen Erkenntnisse den pädagogischen Gruppenalltag und die Entwicklungsbegleitung der einzelnen Kinder fachlich fundiert zu gestalten. Über Beobachtung und Dokumentation sichern wir die Qualität und Professionalität unserer pädagogischen Arbeit und machen die Ergebnisse unseres pädagogischen Handelns nachvollziehbar. Unsere Dokumentation erfolgt über Fotos, die in regelmäßigen Abständen während des Freispiels oder während besonderer Aktivitäten festgehalten werden. Diese können auf unserem digitalen Fotobildschirm im Flurbereich und Portfolios eingesehen werden. Wandzeitungen und Aushänge werden gestaltet, die den Eltern zugänglich sind. Außerdem halten wir spontane Beobachtungen schriftlich im Gruppentagebuch fest, um diese als Grundlage für zukünftige Elterngespräche zu nutzen. Es hängen Wochenpläne aus, die Auskunft geben über das tägliche Geschehen in der Einrichtung.

Portfolio

Um das Lernen und die Lernwege für das Kind und die Eltern deutlich zu machen, arbeiten wir mit dem Dokumentationssystem Portfolio. Die Erstellung von Portfolios nimmt einen großen Teil unserer pädagogischen Verfügungszeit ein.

Wer legt es an?

Die Erzieherin hält die Ergebnisse der Entwicklung in schriftlicher und bildlicher Form von jedem Kind fest. Das Kind ist dabei der Hauptakteur. Zusammen mit unseren Vertragsunterlagen erhalten die Eltern von uns eine „kleine Hausaufgabe“. Diese beinhaltet:

  • Das bist Du
  • Familienbuch
  • Brief von den Eltern an das Kind
Der Brief von den Eltern an das Kind (gegebenenfalls im geschlossenen Briefumschlag) kann zum Beispiel beinhalten, warum das Kind in der Krippe ist, Emotionen der Eingewöhnung und vieles mehr.

Was muss man mitbringen?

Von den Familien möchten wir lediglich die „kleine Hausaufgabe“. Der Ordner, die Musterbögen und die Fotos werden von uns bereitgestellt.

Was beinhaltet das Portfolio?

„Das Portfolio macht konsequent das Erreichte sichtbar, niemals die Defizite.“

Die Themen werden situationsorientiert und individuell von dem Kind vorgegeben. Diese werden durch Fotos und kreative Arbeiten dokumentiert. Die Bedeutung des freien Spiels ist für das Kind eine wichtige Erfahrung. Dabei werden Lernprozesse aktiviert und die Ich-, Sach- und Sozialkompetenz entwickelt. Weitere ganz individuell gestaltbare Seiten unseres Portfolios sind:
  • Herzlich willkommen!
  • Deine Krippe
  • Deine Gruppe
  • Deine Erzieherinnen
  • Du wirst älter
  • Du hast Geburtstag
  • Ausflüge
  • Feste
  • 12-Monatsangebote

Weitere Seiten können sein:

  • Du untersuchst
  • Gelernt! Geschafft!
  • Du pflegst dich selbst!
  • Dinge, die du gerne magst
  • Einfach du
  • Geschichten über dich
  • Kunstwerke

In welchem Zeitrahmen wird es bearbeitet?

Die Portfolioarbeit findet über die gesamte Krippenzeit statt. Die Erzieherin orientiert sich bei den Dokumentationen an der Entwicklung des Kindes. Diese Dokumente werden bei den Entwicklungsgesprächen zur Unterstützung genommen.

Wie ist es verfügbar?

Verfügbar ist das Portfolio für die Eltern immer am letzten Freitag im Monat für ein Wochenende, an Elternabenden und bei Entwicklungsgesprächen. Das Portfolio ist ausschließlich für die jeweilige Familie sichtbar. Zum Ende der Krippenzeit bekommt das Kind das Portfolio mit nach Hause.

Bei uns werden die Portfolios regelmäßig als Kleingruppenangebot herausgeholt und zusammen mit den Kindern betrachtet und besprochen.

 „Vergleiche nie ein Kind mit einem anderen,
sondern immer nur mit sich selbst!“

J.H. Pestalozzi

Kleines Fotoalbum

In der Krippe haben wir zusätzlich zum Portfolio noch kleine Fotoalben für jedes Kind. Diese sind Bestandteil der Leseecke und werden gemeinsam von Eltern und Erzieherinnen regelmäßig mit neuen Fotos gefüllt. Das können Fotos vom letzten Urlaub sein, dem Geburtstag der Oma oder vom Ausflug in den Zoo. Wichtig ist uns nur, dass das Kind dazu einen Bezug hat und wir darüber ins Gespräch kommen können. Die Kinder sind immer ganz stolz auf ihr Buch.

Entwicklungsgespräche

Die Erzieherinnen beobachten die Entwicklungsverläufe der Kinder in regelmäßigen Abständen und dokumentieren deren Verlauf schriftlich im Gruppentagebuch. Mindestens einmal jährlich wird die  Entwicklung des Kindes zusammen mit den Eltern und der Erzieherin in einem Elterngespräch besprochen. Als Grundlage für diese Elterngespräche verwenden wir anerkannte Beobachtungsbögen und Entwicklungstabellen, die eine gezielte, systematische Beobachtung nach bestimmten Themen oder Fragestellungen verfolgen. Diese können sich auf die Bewältigung individueller Entwicklungsaufgaben (mototische Fähigkeiten, Spracherwerb) beziehen oder das Kind in der Gruppe betrachten (Eingewöhnung, Leben und Lernen in der Gruppe). So können die Bildungsprozesse der Kinder von den Erzieherinnen und Eltern gezielt unterstützt werden. Täglich gibt es Zeit für kurze Tür-und Angelgespräche.

Elternabende werden von der Kinderkrippe regelmäßig organisiert. Sie dienen dazu, unsere pädagogische Arbeit für die Eltern transparent darzustellen und anstehenden Themen der nächsten Wochen und Monate vorzustellen, sowie ein Resümee der vergangenen Zeit zu ziehen.

Kinderkrippe Sonnenschein e.V.

Braunstraße 22
38122 Braunschweig
Telefon: 0531/ 48 27 107
Telefax: 0531/ 60 94 87 97
info@krippe-sonnenschein.de

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